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 1st World Master Athletics Championships Indoors
Winter Throwing - Cross Country - Road Walking
Sindelfingen 2004

 

Presseberichte - Press

16.03.
March 16th

15.03.
March 15th

13.03.
March 13th

12.03.
March 12th

11.03.
March 11th

 

10.03.
March 10th

09.03.
March 9th

04.03.
March 4th

03.03.
March 3rd

26.02.
Febr. 26th

 

16.03.

"Die Stimmung war grandios"

 

www.szbz.de
Von unserem Redakteur Steffen Müller
Die Leichtathletik Senioren-Weltmeisterschaften in Sindelfingen waren eine Mammut-Veranstaltung mit über 2600 Startern und gut 600 Helfern. Am Ende waren alle von der WM begeistert.

Die SZ/BZ unterhielt sich mit VfL-Abteilungsleiter Dieter Gauger über seine Eindrücke.

Wie sieht das Fazit nach der WM aus?
Dieter Gauger: "Die Veranstaltung ist hervorragend gelaufen. Selbst die Amerikaner, die am Anfang etwas skeptisch waren, waren am Ende begeistert."

Würden Sie nochmal so eine Weltmeisterschaft ausrichten?
Dieter Gauger: "Mit Sicherheit nicht gleich morgen. Aber mit unserem jetzigen Wissen wäre es natürlich etwas einfacher."

Haben Sie jemals daran gezweifelt, dass alles so gut läuft?
Dieter Gauger: "Wir hatten natürlich am Anfang schon etwas Respekt. Es gab ja bisher nichts Vergleichbares. Aber es haben alle Helfer toll mitgezogen."

Was für eine Rückmeldung haben Sie vom Weltverband bekommen?
Dieter Gauger: "Wir hatten gestern noch ein Treffen mit den Verantwortlichen der WMA. Präsident Torsten Carlius war begeistert, die Stimmung war grandios. Das sagt doch alles."

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16.03.

Stöcke, Steine und etwas Gülle

 

Unliebsame Überraschung bei den Crossläufen

www.szbz.de
Von Steffen Müller und Désirée Leiprecht
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg - und dieser kann manchmal auch ziemlich unangenehm und anstrengend werden. Das durften am vergangenen Samstag zumindest die Teilnehmer des Crosslaufs der Senioren-Weltmeisterschaft feststellen, die über Stock und Stein dem Ziel entgegen laufen mussten.

Es liegt was in der Luft

Doch nicht nur Stock und Stein lagen den Läufern im Weg. Es lag auch ein strenger Geruch in der Luft. "Ein Maichinger Bauer hatte im hinteren Teil der Strecke Gülle ausgebracht", sagt VfL-Abteilungleiter Dieter Gauger, "obwohl er hätte wissen müssen, dass hier die WM stattfindet." Also mussten sich die Organisatoren etwas einfallen lassen. "Wir konnten die Teilnehmer ja nicht durch den Mist laufen lassen, also haben wir die Strecke etwas gekürzt. Vielleicht haben sich einige über die guten Zeiten gewundert aber beim Cross-Lauf kommt es ja auf ein paar Meter nicht an."

Doch dies war nicht die einzige Schwierigkeit bei den Crossläufen. Die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Männer und Frauen im Alter von 35 bis über 80 Jahren. So konnte es schon einmal passieren, dass Läufer wie Brian Keaveney aus Kanada einsam ihre Runden drehten, während die anderen bereits gebührend ihren Sieg bejubelten.

Einsames Fähnchen im Wind

Aber Aufgeben ist bei diesem Rennen ein Fremdwort und zum Glück gab es da noch die eingefleischte Fangemeinde, die, wie bei jeder guten Meisterschaft, den Rand der Cross-Strecke säumte und ihre Favoriten geduldig bis zum Ende mit Stimmgewalt und Kuhglocke Mut zu riefen. Und irgendwo entdeckte man dann auch ein kleines Kanada-Fähnchen - für Brian Keaveney aus Kanada.

Auch machten einige Teilnehmer den Verantwortlichen Sorgen. Völlig erschöpft liefen einige Starter dem Ziel entgegen. Bedenkliche Verletzungen blieben aber aus: "Die Teilnehmer hier draußen haben einen guten Fitness-Zustand", sagt Hans-Jürgen Münster von der Böblinger Kampfrichtervereinigung und fügt hinzu, "falls trotzdem etwas passieren sollte, können wir den Betroffenen mit der Berechtigung des Schiedsrichters aus dem Rennen nehmen".

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16.03.

Der Staffelstab als Wegzehrung

 

www.szbz.de

Von Hans-Joachim Müller und Steffen Müller
Manch einer hat seine Meinung über den Seniorensport nach fünf Tagen Hallenweltmeisterschaften revidiert. So war Werner Späth begeistert über die familiäre Atmosphäre und die fairen Wettkämpfe, auch wenn er als "Spülchef" im Verpflegungszelt relativ wenig von den Wettkämpfen mitbekommen hat. Einer seiner "Spülgesellen" war der ehemalige 400m-Läufer Jörg Vaihinger. Der hätte eigentlich noch selbst an der Senioren-WM teilnehmen können. Schließlich sieht man den Maichinger immer wieder durchs Hölzertal joggen.

Die Australier waren von Sindelfingen begeistert. Einige von ihnen haben hier zum ersten Mal Schnee gesehen. Im Glaspalast war vom Winter nicht viel zu spüren, aber im Floschenstadion machte der Schnee dem Namen "Winterwurfmeisterschaften" im Speer-, Hammer- und Diskuswerfen alle Ehre.

Eine italienische Sprintstaffel brachte ihren eigenen Staffelstab in Form einer luftgetrockneten Salami mit. Form, Material und Gewicht entsprachen natürlich nicht der Wettkampfordnung, weshalb das Kampfgericht ein Veto einlegte. Kurzerhand wurde die Salami angeschnitten und mit den Kampfrichtern noch vor dem Staffelrennen verspeist.

Während die Senioren mit Feuereifer ihren Wettkämpfen nachgingen, waren viele Sindelfinger aktive Leichtathleten rund um und im Glaspalast im Einsatz. 400 Meter-Läuferin Katharina Frenzel entpuppte sich dabei als Sprachgenie. Nicht nur in englisch und französisch gab sie den Gästen Auskunft, auch russisch und spanisch beherrscht sie leidlich. "Alles am Gymnasium in Herrenberg gelernt", erklärte die Sulzerin aus dem Gäu.

Das Lieblingsspielzeug für Arthur Mauch aus Brackenheim ist die Spachtel, auch wenn er kein Maler ist. Im Glaspalast präparierte er die Absprungbalken für den Weitsprung mit der entsprechenden Spachtelmasse. Die Senioren übertraten nämlich was das Zeug hielt. Die Erklärung des Spachtlers Arthur Mauch: "Die Senioren gehen volles Risiko beim Springen".

1500 Meter-Läufer Klaus Gebauer aus Waldachtal war voll des Lobes über die Organisation im Glaspalast. "Das war absolute Spitze". Weniger zufrieden war er mit den Startgeldern für die Athleten. "Das war einfach zuviel Geld". Dieses war sicher auch ein Grund, dass über die längeren Strecken kein einziger Afrikaner zu sehen war. Die konnten sich die Reise nach Sindelfingen einfach nicht leisten.

Klar beste Nation bei den Senioren-Weltmeisterschaften waren die Deutschen. Nach dem endgültigen Medaillenspiegel gab es 185 Goldmedaillen, 181 Silbermedaillen und 181 Mal Bronze. Dahinter rangierten Großbritannien mit 43 Goldmedaillen und Italien mit deren 26. Die Exoten aus Chile holten immerhin drei Mal Edelmetall, ebenso wie die Südafrikaner. Peru und Ägypten kamen auf je eine Silbermedaille.

Erfolgreichste Sportlerin aus dem Kreis wurde die Leonbergerin Gerti Reichert. Sie holte Gold im Einzel über 60 und 200 Meter, sowie Gold in der Staffel über 4x200 Meter in der Altersklasse W65. Bernhard Grißmer aus Sindelfingen wurde - nicht wie gestern gemeldet - 7. über 400 Meter. Er wurde disqualifiziert. Helmut Bernhard aus Weil der Stadt erlief sich keine Bronzemedaille im 200-Meter-Lauf. Er schied im Vorlauf aus. Auch der Sindelfinger Adolf Appel war lediglich mit der drittbesten Weite im Dreisprung angemeldet, konnte aber nicht am Wettbewerb teilnehmen.

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15.03.

Mit nur einem Satz auf den ersten Platz

 

Ehemaliger Spitzen-Dreispringer Wolfgang Knabe holt bei Senioren-WM Gold

www.bb-live.de
Wolfgang Knabe ist ein alter Dreisprung-Fuchs. 17,12 Meter ist seine Bestleistung, mit Windunterstützung sprang er 1988 sogar 17,31. Und er liebt den Sindelfinger Glaspalast. 1986 wurde er hier als Aktiver deutscher Meister, noch 1994 war er beim IHS dabei. Also freute sich der heute 44-Jährige ganz besonders auf die Senioren-Hallenweltmeisterschaften an der Stätte früherer Triumphe. Einen ordentlichen 15-Meter-Sprung hatte sich der Alt-Internationale, der auch nach seiner aktiven Zeit nicht vom Dreispringen lassen möchte, zum Ziel gesetzt. "Ich will doch den Zuschauern etwas bieten!" Doch dann das Malheur: Schon beim ersten gültigen Sprung, seinem zweiten Versuch, rumst es in der Wade, Muskelverhärtung. "Das passiert mit zunehmendem Alter immer öfter", ärgert sich Knabe. Mit halber Kraft segelte er auf 14,19 Meter. Das war zwar die Führung im Wettbewerb, doch die Konkurrenz hat noch vier Versuche. Und Wolfgang Knabe weiß, dass bei ihm nichts mehr geht. "Das ist zu gefährlich, ich will nichts riskieren." Also heißt es abwarten.

Als die härtesten Konkurrenten kristallisierten sich die Briten heraus. Akin Oyediran und Rez Cameron, zwei Spätberufene, die erst im Seniorenalter zum Dreisprung gefunden haben. Oyediran erzielt im ersten und zweiten Versuch jeweils exakt 14,16 Meter, doch damit hat der dunkelhäutige, sehr anlaufschnelle Athlet sein Pulver verschossen. Die weiteren Versuche bleiben unter 14 Metern. Genau umgekehrt Cameron. Mehreren 13-Meter-Sätzen lässt er einen starken Schlussversuch folgen. Die Spannung steigt - 14,06. Persönliche Bestleistung zwar, doch für Knabe reicht es nicht.

Der Mann aus Norddeutschland gewinnt einen weiteren Titel im Glaspalast. Was er erfreut zur Kenntnis nimmt, um sich anschließend Wichtigerem zu widmen. Fachsimpeln mit den Kollegen. Klar wird: Die Dreispringer sind wie fast alle Sportler in den WM-Tagen von Sindelfingen eine richtige Familie. Das wurde schon während des laufenden Wettbewerbs deutlich, als Wolfgang Knabe die Mitbewerber um die WM-Krone mit rhythmischem Klatschen anfeuerte.

Auch das ist es, was Zuschauer bei Senioren-Weltmeisterschaften sehen wollen.

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15.03.

"Länger zu leben ist ein Glück"

 

www.szbz.de

Von unserem Mitarbeiter Philipp Gerber
Senioren an die Macht. Unkundige hätten diesen Eindruck in den vergangenen Tagen bei einem Besuch der Hallenweltmeisterschaften im Sindelfinger Glaspalast gewinnen können. Wie aber steht der Weltverband IAAF zum Sporttreiben der älteren Generation?

Bild: Lamine Diack

Lamine Diack

Die SZ/BZ sprach darüber mit Lamine Diack, dem Präsident der IAAF, während seines Besuchs in Sindelfingen.

Welchen Eindruck haben Sie vom Seniorensport?
Lamine Diack: "Ich habe während meiner Zeit als Vize-Präsident schon Veranstaltungen der Veteranen besucht. Die Senioren sind ein wichtiger Bestandteil. Wir sind eine universelle Sportart. Und unabhängig davon, aus welchem Land man kommt."

Verfolgen Sie im Seniorenbereich besondere Ziele?
Lamine Diack: "Wir wollen Menschen unterstützen, Leichtathletik bis ins hohe Alter zu betreiben. Das kann sich positiv auf den Nachwuchsbereich auswirken. In Sindelfingen habe ich einen Opa mit der ganzen Familie gesehen. Das ist toll. Wir wollen vor allem Kinder anstecken, mit dem Virus Leichtathletik infizieren."

Kann der demografische Wandel zum Problem werden?
Lamine Diack: "Das ist eine ganz normale Entwicklung. Länger zu leben ist ein Glück. Und Leidenschaft hat nichts mit dem Alter zu tun.

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15.03.

Starke Seniorin siegt in Sindelfingen

 

Marianne Neubert aus Franken ist mehrfache Weltmeisterin in den Wurfdisziplinen

www.szbz.de
Von unserem Mitarbeiter Philipp Gerber
Das ist sie: Marianne Neubert aus Schwebheim bei Schweinfurt, 75 Jahre alt, Rentnerin. Ein Prototyp der netten Omi von Nebenan. Hübsch frisiert ist sie, gutmütig im Auftreten. Durch ihre großen Brillengläser schaut sie freundlich durch die Gegend. Ein Schwätzchen hier, ein Pläuschchen da, als ob sie kein Wässerchen trüben könnte. Dabei hat die Frau es faustdick hinter den goldenen Ringen an ihren Ohren. Marianne Neubert ist mehrfache Welt- und Europameisterin in den leichtathletischen Wurfdisziplinen.

Der Wettkampf der Gewichtwerferinnen läuft zwar noch, aber schon jetzt zeichnet sich ab: Die Fränkin wird bei der ersten WM-Winterwurf-Konkurrenz der Altersklasse W75 den vierten internationalen Titel ihrer Karriere im Senioren-Sport gewinnen. Ihre einzige Rivalin, die Finnen Anna-Lisa Lehtovuori, liegt deutlich zurück. Schon vor dem letzten Versuch winkt die Geschlagene ab und erklärt in perfektem Deutsch: "Lustig war's trotzdem." Dass sie die 9,69 Meter-Bestmarke der rüstigen Dame aus der Bundesrepublik nicht annähernd ankratzen würde können - sie wusste es vorher. Schließlich kennt man sich in der Szene.

"Es ist eine tolle Kameradschaft untereinander", sagt Marianne Neubert. Vor 20 Jahren erst hat sie angefangen, regelmäßig und ambitioniert Sport zu treiben: "Nachdem die Kinder aus dem Haus waren, habe ich mir gesagt: Das kann es doch nicht gewesen sein." Seitdem hat sie ohne Unterbrechung das bayerische und das deutsche Sportabzeichen in Gold gemacht. 1995 betrat sie sich in Buffalo, Amerika, dann die internationale Bühne.

Der große Wurf bleibt aus

Ein Jahr später wurde sie auf Anhieb Europameisterin, reiste zu Weltspielen nach Südafrika und Australien: "Ich finde es schön, herumzukommen." Ihren Mann hat die Hausfrau ebenfalls immer im Gepäck. Auch in Sindelfingen fühlt sich Marianne Neubert wohl. Auch, wenn sie mit widrigen Witterungsverhältnissen zu kämpfen hat: "Für gute Leistungen ist es ein bisschen zu kalt."

An mangelndem Training zumindest kann es nicht gelegen haben, dass die Spitzenweite ausbleibt: "Der Schwebheimer Bürgermeister hat mir extra einen Wurfring gestiftet, damit ich im Ort die Möglichkeit habe, an meiner Technik zu feilen." Neben Skifahren, Kegeln und Gartenarbeit hält sich Marianne Neubert durch Laufen und Schwimmen fit: "Dazu rauche und trinke ich nicht. Und bei der Ernährung stelle ich mich vor einem Wettkampf entsprechend ein." Im Sommer geht sie zusätzlich zwei bis dreimal die Woche zum Werfen. Die Reaktionen darauf sieht sie positiv: "Wegen meines sportlichen Ehrgeizes werde ich nicht belächelt, sondern eher bewundert." Denn die Erfolge sprechen sich im Handumdrehen herum im beschaulichen Schwebheim.

Auch die Zeitungen berichten über ihre Siege. Sogar im Fernsehen war Marianne Neubert schon. Am 1. April strahlt der Bayerische Rundfunk wieder eine Reportage über die Seniorin aus. Und die hat ihr nächstes Ziel bereits fest im Visier: "Die Europameisterschaften in Dänemark." Wie in Sindelfingen will die 75-Jährige neben Hammer, Diskus, Speer und Kugel auch bei kommenden internationalen Wettkämpfen im Gewichtwerfen wieder ihre 5,45-Kilogramm schwere Kugel an einer kurzen Kette aus dem Wurfkäfig auf die Werferwiesen dieser Welt pfeffern: "Das Reisen ist zwar teilweise recht teuer, aber auch sehr schön."

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13.03.

Auszeichnen im Akkord

 

Siegerehrungen bei der WM am laufenden Band

www.bb-live.de
Rechts neben dem Eingangsbereich des Glaspalasts befindet sich in diesen Tagen ein mit Stellwänden abgetrennter, feierlich geschmückter Bereich. Von außen Unscheinbar. Immer wieder trudeln Menschen mit strahlenden Gesichtern ein, Medaillengewinner bei der Hallen-WM der Senioren. Kaum sind sie da, erhebt sich der Sindelfinger Otto Welker als Protokollchef der Titelkämpfe von seinem Stuhl, schreitet den Siegern aus einem dunklen Eck mit einem freundlichen Lächeln entgegen, um eine ehrenvolle Aufgabe zu erledigen. Siegerehrung, alle fünf Minuten aufs Neue. Glänzende Edelmetall-Plaketten, damit bestens gelaunte, erfolgreiche Athleten auszeichnen und diese mit einem kräftigen Händedruck zu beglückwünschen, auf den ersten Blick eine lockere Aufgabe. Auf den zweiten nicht. "Wir müssen bei diesen Weltmeisterschaften rund 430 Siegerehrungen durchführen", erklärt er. "Da ist schon die Organisation kein Pappenstiel."

300 Sekunden bleiben ihm, um die Problematik aufzuzeigen. Eben hat ein Russe Gold abgeholt, gleich kommen die Sprinter der Männer 85 und 90 an die Reihe. "Sehen sie diese Tafel", sagt er und deutet auf einen ein Meter hohen Plan. "Die Übersicht, wer hier zu welchem Zeitpunkt dran ist." Ein logistisches Meisterwerk, das er und seine 17 Helfer vollbracht haben. "Die Siegerehrung unten durchzuführen, war nicht möglich, dann wäre keine Luft geblieben, Wettkämpfe durchzuführen. Auch hier oben muss alles akribisch vorbereitet sein, um den Überblick nicht zu verlieren."

Dienstag vor einer Woche stand der Zeitplan der WM fest, dann erst hatten sich Welker und seine fleißige Schar Gelegenheit, sich daran zu machen, sich zu organisieren. "Die Schwierigkeit bestand auch darin, einen günstigen Moment für die Athleten zu finden. Zu weit weg vom Wettkampf durfte er nicht sein, zu nah dran auch nicht. Vor allem die, die im Freien aktiv sind, wollen erst duschen", so Welker, ehe er sich leicht von seinem Stuhl erhebt, guckt, ob er wieder an der Reihe ist. "Eine Minute habe ich noch."

Gelegenheit, um weiterzuplaudern. Zum Beispiel über die WM an sich. "Ich glaube sie kommt sehr gut an bei den Leuten", vermutet Welker. "Leider habe ich noch keinen einzigen Wettkampf sehen können." Das einzige, was er bislang live miterlebt hat, war die Eröffnungsfeier, die haben er und sein Team nebenbei auf die Beine gestellt. "Und die war doch auch schön, oder? Die Athleten fanden die Idee, da etwas mit Kindern zu machen, klasse."

Dann erklingt eine Stimme aus den Lautsprecherboxen. Ein Mann sitzt im gegenüberliegenden Winkel des Ecks am Mikrophon bittet Vittorio Colo aufs Podest, den schnellsten 92-jährigen Mann der Welt. Welker bekommt von einer Helferin die Goldmedaille in die Hand gedrückt, erhebt sich, schreitet dem Sieger entgegen.

Eine ehrenvolle Aufgabe. Auch wenn sie im Akkord erledigt werden muss.

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13.03.

Nestwärme entschädigt für ungewohnte Eiseskälte

 

Diana Hennep ist die einzige Senioren-Sprinterin der Karibik-Insel Aruba - In Sindelfingen Freunde gefunden

www.bb-live.de
Kalt ist es bei euch in Deutschland!" Diana Hennep ist andere Temperaturen gewöhnt. Die dunkelhäutige Sportlerin kommt aus Aruba, einer Karibik-Insel. 30 Grad waren dort, als sie Anfang der Woche zur Senioren-Weltmeisterschaft nach Sindelfingen geflogen ist. Erst vor einem Jahr hat die 37-Jährige mit der Leichtathletik begonnen. Dem Sprint hat sie sich verschrieben. Damit ist sie in ihrer Heimat, die gerade einmal 100 000 Staatsbürger zählt eine Exotin. "Es gibt ein paar Männer bei uns, die längere Strecken laufen", erzählt sie. "Ich bin im Training auf mich alleine gestellt." Und einen Coach hat sie auch nicht.

In Sindelfingen ist sie zum ersten Mal in der Halle gelaufen. Sie hat Gefallen an der Sportart gefunden. Auch wenn diesmal nach 9,71 Sekunden im Vorlauf über 60 Meter ihr WM-Auftritt schon beendet war. Doch die junge Seniorin, die daheim als Finanzbeamtin arbeitet, hat die Tage in Sindelfingen auch genutzt, um Kontakte zu anderen Athleten zu knüpfen. Trainingspläne möchte sie gerne bekommen. Denn im kommenden Jahr bei den nächsten Freiluft-Seniorenweltmeisterschaften im spanischen San Sebastian will sie schließlich mehr als einmal an den Start gehen.

Freunde, die ihr helfen könnten, hat sie schon gefunden. Die kommen ganz aus der Nähe. Von den Niederländischen Antillen, nur 20 Flugminuten von Aruba entfernt. Alfred Philip Burgos startet in der Altersklasse M40 und ist Finalkandidat über 60 Meter Hürden am heutigen Samstag, Siegfried Regales gehört der Altersklasse M50 an. Über 60 Meter schaffte er bis ins Halbfinale. Dort scheiterte er mit 7,64 Sekunden nur um einen Platz am Finaleinzug.

Gelohnt hat sich die Reise nach Sindelfingen trotzdem für alle drei aus der warmen Karibik. Diana Hennep, die schon einmal in Berlin war, bleibt noch zwei Tage für ein wenig Sightseeing in der Region, Siegfried Regales lobt die "netten Deutschen" und Alfred Philip Burgos hofft auf den Hürden-Endlauf. Und alle gemeinsam haben zum ersten Mal in ihrem Leben Schnee live und nicht nur im Fernsehen gesehen.

Als Entschädigung für die Kälte.

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13.03.

Helmut Schmidt ist der "Hamma"

 

Lange hat der gebürtige Sindelfinger die Läufer-Szene der Stadt geprägt jetzt, mit 76, startet er wieder: bei der Senioren-WM

www.szbz.de
Von unserem Mitarbeiter Philipp Gerber
"Hamma". So nennt man ihn, so kennt man ihn - Helmut Schmidt, Jahrgang 1928. "Im Kindergarten", erzählt der heute 76-Jährige, "konnten meine Freunde meinen Namen nicht aussprechen. Da hat sich das ergeben." Seitdem hat Schmidt in Sindelfingen immer "Hamma" geheißen. Er ist ein Urgestein, ein Sohn der Stadt. Ohne ihn, wer weiß, wäre es mit der Leichtathletik in Sindelfingen vielleicht ganz anders gelaufen. "Mit einer kleinen Gruppe", sagt Schmidt weiter, "haben wir die Abteilung nach dem Krieg wieder ins Leben gerufen." Und gleich durch Erfolge der 4x100 Meter-Staffel dem VfL im Ländle wieder einen Namen gemacht.

Lange hat der Sport die (Frei-)Zeit von Helmut Schmidt diktiert. Ob als guter Mittelstreckler im Auswahl-Zirkel des Württembergischen Leichtathletikverbandes (WLV), als Lauf-Trainer, WLV-Sportwart, auf und neben der Aschenbahn hatte der gelernte Werkzeugmacher etliche Funktionen. Von 1968 bis 1971 war Schmidt sogar Trainer der VfL-Fußballer in der ersten Amateurliga. Die Kicker profitierten sichtlich von Synergien: "Ich erinnere mich, dass wir mal sieben Spiele in Folge gewonnen haben, weil wir konditionell einfach besser drauf waren." Dass er sich beim Laufen auskennt, bewies der Allrounder nicht zuletzt mit seiner 800 Meter-Bestzeit von 1:52,70 Minuten: "Ich war viermal hintereinander im Finale der Deutschen Meisterschaften."

Der Hirte vom "Lämmerbuckel"

Viele Jahre sind seither vergangen. Nach der Weiterbildung auf der Abendschule arbeitete Helmut Schmidt ab 1952 in der Betriebsmittel-Konstruktion "beim Daimler", ehelichte im Jahr darauf seine Hedwig und baute im Königsknoll ein Haus: "Das war oft ein Ausgangspunkt für unsere Laufeinheiten im VfL-Training. Während wir unterwegs waren, hat meine Frau Kuchen gebacken." Bis 1971 blieben die Schmidts in Sindelfingen, dann nahm Helmut das Angebot seines Brotgebers an, das Bildungszentrum "Haus Lämmerbuckel" in Wiesensteig als Verwaltungsleiter zu führen: "Hans-Martin Schleyer hatte an dem Wechsel nicht unerheblichen Anteil."

Nach einer Bandscheiben-Operation und überstandenem Herzinfarkt machte Helmut Schmidt Schluss: "Ich hörte auf zu arbeiten und nahm den Rat der Ärzte an, Sport zu treiben. Mit 63 bin ich dann erstmals beim Berlin-Marathon gelaufen." Seit er in Rente ist, hat er außerdem regelmäßig sein Sportabzeichen gemacht: "Ich fand nach langer Pause einfach wieder Freude an der Bewegung."

Heimrennen im Glaspalast

Helmut Schmidt zog es zum Senioren-Sport. Und mit ihm seine Frau: "Ich bin fast immer dabei. Viele Kontakte sind uns wichtig geworden." Auch der Erfolg scheint süchtig zu machen. Schmidt lässt kaum Meisterschaften aus. 1998 in Finnland war er immerhin Staffeleuropameister über 4x400 Meter in der Altersklasse M70. Bei der WM in Puerto Rico gab's im Crosslauf mit der Mannschaft gar die Silbermedaille. Nicht ohne Stolz sagt der rüstige Rentner: "Mit 70 bin ich den Halbmarathon noch in 1:37 Stunden gelaufen." Tägliches Training gehört für ihn dazu wie für seine Gattin: Auch in Sindelfingen ist Schmidt am Start. Ein echtes Heimrennen. Das Ehepaar wohnt die ganze Woche bei Helmuts Schwester Margot Stark in der Stadt. Und fühlt sich in der Halle pudelwohl: "Man kennt einfach viele Leute." Wie Hans Joos, Schmidts Vorgänger beim WLV. Oder Mitstreiter Otto Welker. Oder den stellvertretenden VfL-Abteilungsleiter Dieter Locher: "Den haben wir schon beim Campen getroffen." Sein Wohnmobil ist neben dem großen Garten eine weitere Leidenschaft des Helmut Schmidt: "Vom Nordkap bis Gibraltar haben wir damit alles abgefahren."

Unter die ersten vier möchte Helmut Schmidt bei seinen Läufen über 400 und 800 Meter im Glaspalast schon kommen. Zeiten unter 1:20 Minuten und 3:00 Minuten hat er sich vorgenommen. Der 76-Jährige macht seinen Alterskollegen Mut: "Auch Leute, die spät zur Leichtathletik kommen, können noch hervorragende Leistungen bringen." Der "Hamma" selbst allerdings sieht die Dinge angemessen gelassen: "Meine Frau und ich können stolz zurückblicken. Wir haben einiges gemacht."

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12.03.

Zwiespältige Gefühle vor der Ziellinie

 

Gerti Reichert gewinnt bei der Hallen-WM für Senioren im Glaspalast Goldmedaille

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Sie ist da, die erste Goldmedaille bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften der Senioren im Sindelfinger Glaspalast für den Kreis Böblingen. Die Leonbergerin Gerti Reichert sicherte sich gestern Nachmittag das begehrte Edelmetall über 200 Meter in der Altersklasse W65.

16 Uhr, die vier Finalteilnehmerinnen werden aufgerufen, begeben sich in ihre Startblöcke. Auf die Plätze. Peng. Gerti Reichert drückt sich ab, nimmt auf Bahn drei Fahrt auf.

Bereits nach der ersten Kurve ist klar, dass sie eine Medaille gewinnen wird, ihre Konkurrentin auf Bahn vier ist eingeholt. Wenig später ist Platz eins gesichert, die 66-Jährige stürmt auf und davon. Am Ende überquert sie die Ziellinie mit mehreren Metern Vorsprung, bleibt stehen, lächelt einen Moment. Überschwängliche Freude sieht anders aus. Dass ihre Zeit von 31,48 Sekunden einen neuen W65-Weltrekord bedeutet? Juckt sie nicht. "Was nicht heißen soll, dass ich nicht ehrgeizig bin. Das bin ich durchaus", verrät sie. "Ich hätte auch unter 31 laufen können. Für mich gibt's trotzdem nur einen Weltrekord und das ist der bei den Aktiven. Alles andere sind für mich höchstens Altersklassen-Bestleistungen."

Die Leonbergerin befindet sich im Zwiespalt, was die Senioren-Leichtathletik betrifft. Auf der einen Seite genießt sie die Wettkampfatmosphäre, will, wenn sie startet auch gewinnen. Betont gerne, dass sie froh darüber ist, schnelle Beine zu haben. Auf der anderen macht sie sich nichts aus ihren Erfolgen. Und ihre gerade gewonnene Goldplakette? "Glauben Sie im Ernst, die guck' ich an? Ich habe zu Hause eine ganze Kiste von dem Kram, der interessiert weder mich, noch meinen Mann, noch meine Kinder. Mich würde mal interessieren, was damit passiert, wenn's mich mal nicht mehr gibt."

Vielmehr interessiert sie sich für die Veranstaltung an sich. Gerti Reichert schaut sich um, lässt ihren Blick am Rande der Bahn stehend rings um die Tribüne huschen. Dann winkt sie, ruft herzlich ein "Hallo" nach oben. "Eine alte Freundin. Mit der bin ich vor 40 Jahren im Klub gelaufen." Dann erklärt die Sprinterin, die sich vor allem mit täglichem Walking in Form bringt: "Wissen Sie, die Atmosphäre hier, viele Bekannte zu treffen, das ist doch das eigentlich Wichtige. Das macht mir Spaß."

Wie lange noch? "Och, unter Umständen kann es passieren, dass ich dieses Jahr noch aufhöre. Ich habe zwei, bald drei Enkel in München, die ich auch oft besuchen will. Und wenn mir für Sportfeste zu viel Zeit verloren geht, die ich lieber mit der Familie verbringen würde, dann lasse ich's bleiben."

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12.03.

Schneller Spätzünder

 

Peter Röckle ist bei der WM rasender Helfer

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Ganz entspannt sitzt Peter Röckle auf der Tribüne des Glaspalasts, wartet auf seinen nächsten Einsatz. Eben war er noch im weißen Hemd, dass alle deutschen Teilnehmer tragen, auf der Laufbahn zu sehen. Jetzt bereitet er sich frisch geduscht im roten Polohemd darauf vor, als Kampfrichter ein wachsames Auge zu haben. Der Besigheimer ist der einzige Teilnehmer der die Senioren-WM aus beiden Perspektiven live miterlebt. Und das mit ganzem Herzen. "Toll ist's, ich genieße die Stimmung hier", schwärmt der 62-Jährige. "Mir macht beides Spaß, die Athletenrolle genauso wie die des Kampfrichters."

Peter Röckle ist nicht nur Leichtathlet, er lebt die Sportart. Im Verein ist er solange er zurückdenken kann. Nie Spitzenklasse, immer ehrenamtlich sehr engagiert. Und sportlich lange Jahre vor allem im Ausdauerbereich aktiv. "Ich bin 27 Marathons gelaufen", erzählt er. "Bis ich aus zeitlichen Gründen nicht mehr so intensiv trainieren konnte." Seit seinem 50. Lebensjahr ist der kräftige Mann Sprinter. Ein Spätzünder. "Normal ist's umgekehrt, von den kurzen Strecken geht's auf längere", sagt Röckle schmunzelnd. "Bei mir war eine gewisse Grundschnelligkeit da, das habe ich beim Sportabzeichen gemerkt." Und der Spaßfaktor an den raschen Schritten beschleunigte sich mit den gerannten Zeiten. Als Aktiver kam der Besigheimer auf 11,8 Sekunden über 100 Meter, nicht berauschend. Mitte 50 erreichte er in 12,5 das Ziel, inzwischen hält er sich bei 13,0. Allemal beachtlich.

Wodurch auch etwas Ehrgeiz bezüglich der WM im Glaspalast geweckt ist. Über 200 Meter stieß er ins Semifinale vor, heute will Röckle über 60 Meter gleiches erreichen. "Das müsste machbar sein", glaubt der 62-Jährige. "8,20 schaffe ich, das könnte langen." Und wenn nicht? "Dann ärgere ich mich ein bisschen. Und freue mich trotzdem an einer tollen Veranstaltung." Sagt's, verabschiedet sich mit einem Lächeln in Richtung Kampfgericht.

Der nächste Einsatz steht an.

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12.03.

Altinternationaler läuft allen davon

 

Über 3000 Meter siegt mit Markus Pingpank ein ehemaliges deutsches Langstrecken-Ass / Werner Hasler landet auf Rang 14

www.szbz.de
Von unserem Mitarbeiter Philipp Gerber
Sicher tummeln sich bei der Hallenweltmeisterschaft der Senioren in Sindelfingen einige Damen und Herren, die während ihrer aktiven Leichtathletik-Karriere weder zu nationalen noch internationalen Ehren gekommen sind und nun, in fortgeschrittenem Alter, beim ehrgeizigen Kampf um die 23 Jahrgangswertungen in den verschiedenen Disziplinen ihre Stunde des Sieges schlagen sehen - mit metallischem Glänzen in den Augen.

Sicher nehmen einige der Teilnehmer aus 57 Nationen die WM als persönliches Erlebnis mit, wie sie es nach ihrem späten Einstieg in die Leichtathletik schon so oft bei Großereignissen auf der ganzen Welt gemacht haben. Man trifft Gleichgesinnte, bereist fremde Länder, sieht die Wettkämpfe vielleicht als eine Art Aktiv-Urlaub. "Es ist eine sozial- und ebenso sportpolitische Veranstaltung", findet Dagmar Freitag, die Vizepräsidentin des Deutschen Leichtathletikverbandes: "Wir legen auf diese Altersgruppe daher ein besonderes Augenmerk."

Und ganz sicher gehört Markus Pingpank zu keiner Kategorie der aufgezählten Senioren-Sportler. "Ich habe lange überlegt, ob die WM das Richtige für mich ist", sagt der Niedersachse: "Mein erster Eindruck in der Halle war, dass ich hier nichts zu suchen habe." Im Gegensatz zu vielen Startern war Pingpank schon immer ein echtes Leichtathletik-Ass. 1986 und 1993 lief er bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Sindelfingen über 3000 Meter jeweils auf den zweiten Platz. "Irgendwann war ich dann auch mal Deutscher Meister auf der 5000 Meter-Strecke im Freien." Wann? Achselzucken: "Das ist nicht mehr so entscheidend."

Zeiten sind nicht so wichtig

Was jetzt zunächst zählt ist der Titel. In 8:49,81 Minuten lief Pingpank die 3000 Meter fast zwölf Sekunden schneller als der Niederländer Jan Willemse und wurde damit Weltmeister in der Altersklasse M40. Pingpank: "Die Zeit ist aber nicht so wichtig. Der Sieg freut mich." Unterwegs haben sich die Konkurrenten im zweiten Zeitendlauf ohnehin lange, darum gestritten, wer die Führungsarbeit leisten soll. Ein klassisches Meisterschaftsrennen also. "Eine Zeit unter 8:30 Minuten ist nach meinen Ergebnissen im Sommer schon noch drin", sagt der Barsinghausener, "das ist zwar gut, aber die Jugendlichen in meinem Verein holen mich langsam ein." Es ist sehr gut.

Obwohl der Alt-Nationale mit seinen sechs Einsätzen im Adlertrikot während der erfolgreichen Zeit im vergangenen Jahrhundert viel erlebt hat, trainiert er auch heute jeden Tag. Vergangene Saison hat der 40 - Jährige es immerhin auf Zeiten von 30:44 Minuten über 10 000 Meter und 14:41 Minuten über 5000 Meter gebracht. "Um im Training weiter am Ball zu bleiben, brauche ich realistische Ziele", so Pingpank. Das können zum einen Deutsche AK-Rekorde sein. Oder eben Erfolge bei Altersklassenveranstaltungen sein. Da kam die Senioren-WM genau richtig. Auch bei der Europameisterschaft im Sommer in Dänemark will das Langstrecken-Ass an den Start gehen ("für mich genauso weit weg wie Sindelfingen").

Das ist es, was Pingpank mit vielen deutschen Teilnehmern in Sindelfingen verbindet. 1216 Athleten kommen aus dem Gebiet der Bundesrepublik, allein 209 aus Württemberg. Attraktiv ist die kurze Anfahrt, das sportliche Angebot - auch wenn die Senioren alles selbst zahlen müssen. Sogar verpflichtet sind, bei den Rennen offizielle und zu erwerbende DLV-Trikots zu tragen.

So eins hat sich auch Werner Hasler aus Holzgerlingen zugelegt. In 9:24,61 Minuten gewann der nicht nur den zweiten Zeitlauf über 3000 Meter, sondern sicherte sich zusätzlich den 14. Gesamtplatz der Klasse M40. "Die Unterstützung im Glaspalast war genial", freute sich der Ausdauer-Crack. Obwohl "die Halle mir nicht liegt und die Strecke zu kurz war", hat ihm die Teilnahme Spaß gemacht. Im Gegensatz zu Pingpank, der wieder gen Norden abgereist ist, um baldigst wieder bei der Familie zu sein, will Hasler morgen noch beim Acht-Kilometer-Crosslauf der WM an den Start gehen.

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12.03.

Ein Weltmeister im Weitsprung

 

Der 85-jährige Italiener Ugo Sansonetti

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Von unserem Mitarbeiter Philipp Gerber
Ugo Sansonetti bläst die Backen auf, sieht die Anlaufspur für eine Sekunde so scharf an, als wollte er sie mit seinen funkelnden Augen zerschneiden. Dann rennt er los, trifft den Balken, springt ab und segelt durch die Luft. In einer eigenwilligen Kurve fliegt der Italiener auf die Sandgrube zu. Er hängt ziemlich schräg in der Luft: Technik Marke Eigenbau, optimal ans körperliche Alter angepasst. Sansonetti landet hart, fängt den Sturz aber mit einer zweifachen Rolle ab. Als Schwalbenkönig könnte er Andreas Möller Konkurrenz machen. Es folgen Sekunden gespannter Erwartung.

Bis auf der Anzeige die Weite eingeblendet wird. 3,40 Meter. Sansonetti lacht und winkt ob der Weite verächtlich ab. Er streift sich den Sand von seinen Beinen und läuft locker zurück zur Bank. Der 85-Jährige ist soeben Weitsprung-Weltmeister seiner Altersklasse geworden. "Nicht weitersagen, aber ich war besser als alle anderen", sagt er und grinst. "Dabei ist meine Spezialdisziplin eigentlich der 200-Meter-Lauf." In 34,42 Sekunden hat er sich am Mittag auch dort die Goldmedaille seiner Wertung geschnappt. Sansonetti spurtete die Runde im Glaspalast ganze 14 Sekunden schneller als der zweitplatzierte Deutsche Dr. Hans Wefelscheid: "Das war Weltrekord. Und der Sieg im Weitsprung ist auch toll, schließlich habe ich das vorher gar nicht geübt." Trainieren geht der Rentner dreimal die Woche. Aber nur die Sprint-Strecken.

Vom Tennis zur Leichtathletik

Erst lange nachdem Ugo Sansonetti in Ruhestand gegangen war, entdeckte er sein leichtathletisches Talent: "Ich bin damals 73 geworden und musste wegen der kaputten Schulter mit Tennis aufhören." Also sattelte der umtriebige Rentner um. Und hat nach wie vor einen vollen Terminkalender. Freizeitstress nennt man das wohl. Langweilig zumindest, beteuert der Süditaliener aus Mottola, "wird mir nie." Bücher schreiben, Windsurfen vor Sardinien - irgendwas findet sich immer.

Das war auch früher so. Als Entwicklungshelfer hat der 85-Jährige in Costa Rica gearbeitet, ging danach in die Nahrungsmittelindustrie: "Ich kann ihnen jetzt nicht sagen, bei welcher Firma. Aber manche Leute nennen mich auch den Vater der Tiefkühlkost." Der Großvater hat unter anderem lange Jahre eine Fabrik geleitet, hart gearbeitet. Trotzdem will und wollte er immer aktiv bleiben. "Ich fühle mich einfach jung", sagt Sansonetti, "meine gute Konstitution ist ein Geschenk. Gott hat mir die Kraft gegeben."

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11.03.

Lamine Diack lobt organisatorische Meisterleistung

 

Die ersten Hallenweltmeisterschaften für Senioren sind im Sindelfinger Glaspalast eröffnet worden - Tolles Flair

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Das Spektakel ist eröffnet. Seit gestern laufen im Sindelfinger Glaspalast die ersten Leichtathletik-Hallenweltmeisterschaften für Senioren. Ein Sportfest der allerersten Güteklasse, von Anfang an.

Bereits der Eröffnungstag übertraf alle Erwartungen. In der Halle? Prima Stimmung, die über 2600 Teilnehmer versprühten von der ersten Sekunde an internationales Flair vom Feinsten. Nicht zu vergessen die sportlichen Leistungen, die zwar nicht bei jedem im Vordergrund stehen, sich aber durch die Bank sehen lassen dürfen. Auch die ersten Weltrekorde sind bereits gepurzelt.

Die Organisation? Bislang gab's nur Lobende Worte. Von Athleten wie von Offiziellen. Auch von IAAF-Präsident Lamine Diack, der sich gestern zunächst ins Goldene Buch der Stadt Sindelfingen eintrug, dann den Ausrichtern auf einer Pressekonferenz höchste Anerkennung zukommen ließ. Schon alleine durch seine Anwesenheit, denn bisher war ein IAAF-Präsident noch nie bei einer Senioren-WM zugegen, dabei gab's im Freien bereits eine Reihe solcher Titelkämpfe. "Es wurde vor einiger Zeit erkannt, dass die Senioren ein wichtiger Teil der Leichtathletik-Welt sind", erklärte der Mann aus Senegal, der direkt aus Budapest angereist kam, wo am Wochenende die Weltmeisterschaften der Aktiven ausgetragen wurden. "Es ist ganz wichtig für die IAAF, die Senioren-Leichtathletik zu unterstützen. Es ist eine normale Entwicklung der Menschheit, dass Leute länger leben und zum Glück Leute auch in hohem Alter noch fit und gesund sind, um Sport zu betreiben. Senioren helfen, die Leidenschaft der Leichtathletik an kommende Generationen weiterzugeben."

Torsten Carlius, Präsident der WMA (World Masters Association), strahlte daneben über beide Backen. "Von mir gibt es über diese WM bereits jetzt nur ein Wort: Ein Riesenerfolg. Mit der kurzen Vorbereitungszeit ist es erstaunlich, dass mehr als 2600 Athleten aus 57 Nationen am Start sind. Die erste Hallen-WM hätte keinen besseren Start als hier in Sindelfingen bekommen können."

Worte, die dem in der kommenden Woche von seinem Amt als WLV-Präsidenten ausscheidenden Karl-Heinrich Lebherz als Chef-Organisator runtergingen wie Öl. "Der WLV ist bekannt dafür, dass er große Veranstaltungen sehr gut organisieren kann", sagte er. "Das war hier nur möglich mit Hilfe von 500 ehrenamtlichen Helfern, die eine tolle Arbeit leisten."

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11.03.

Marathon-Mann kennt keine Müdigkeit

 

Werner Hasler vom VfL Sindelfingen bei den Weltmeisterschaften gut in Tritt

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Mehr wäre nicht drin gewesen, das war am Anschlag", pustet Werner Hasler vom VfL Sindelfingen kurz nach 19.15 Uhr durch. Er hat seinen ersten Einsatz bei den Seniorenweltmeisterschaften über 3000 Meter gerade hinter sich. Ein gelungenes Debüt, hat der 43-Jährige doch seinen Zeitlauf gewonnen. Lange lief er an dritter oder gar vierter Stelle, bevor er sich auf den beiden letzten der 15 Runden langsam nach vorne schob. Die anderen wurden langsamer, der Holzgerlinger behielt sein Tempo mit der Präzision eines Uhrwerks bei. "Da kam mir meine Marathon-Ausdauer zugute", freute sich Hasler, mit einer Zeit von knapp unter 2:30 Stunden einer der besten württembergischen Marathonläufer.

Eine Uhr hatte er auf der kürzeren Strecke im Glaspalast nicht dabei. Doch von außen wurden regelmäßig Zwischenzeiten hereingerufen. 200-Meter-Runden von 38 Sekunden hatte sich Hasler vorgenommen. Das wäre auf eine Endzeit von 9:30 Minuten hinausgelaufen. Diese Vorgabe unterbot er deutlich. Bei 9:24,61 blieb die Uhr am Ende stehen.

Danach hieß es warten auf die Teilnehmer des zweiten Zeitlaufs. Dort unterboten jedoch fast alle die Marke Haslers, 8:49,81 lief Sieger Markus Pingpank, ein Klasseergebnis. Für Hasler war's in der Gesamtwertung schließlich Platz 14, allemal ein achtbares Resultat. "Gut gemacht", gratulierte Vater Wilhelm. Zwei Tage Erholung bleiben dem Filius, dann geht's für ihn beim WM-Crosslauf erneut rund. Der misst immerhin acht Kilometer, alle Teilnehmer starten miteinander. Für Hasler 5000 Extra-Meter und jede Menge Chancen, noch den einen oder anderen müden Konkurrenten mehr hinter sich zu lassen.

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11.03.

Der Auftakt macht Lust auf mehr

 

Gestern Abend wurden die 1. Senioren-Weltmeisterschaften im Sindelfinger Glaspalast eröffnet

www.szbz.de
Von unserem Redakteur Steffen Müller
Über 2600 Sportler aus 57 Nationen kämpfen seit gestern um den Leichtathletik-Weltmeister-Titel der Senioren. Um 17.40 Uhr erklärte Sindelfingens Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer die 1. Senioren-Weltmeisterschaften für eröffnet. Die Stimmung in der Halle war prächtig, als der Sindelfinger Nachwuchs die Fahnen der Teilnehmerländer in die Halle trug. Sindelfinger Jugendblasorchester und Percussion-Ensemble der Schule für Musik, Theater und Tanz sorgten ebenso für eine ansprechende Atmosphäre wie die Tanzgruppe des VfL Sindelfingen.

Torsten Carlius, der Präsident der WMA, war begeistert vom ersten Tag der WM: "Es ist ein riesen Erfolg eine solche Veranstaltung innerhalb von nur acht Monaten auf die Beine zu stellen. Die Zahl der Teilnehmer ist mehr als beachtlich", und als besonderes Kompliment für die Gastgeber: "Eine bessere Stadt als Sindelfingen könnten wir uns für diese Meisterschaften nicht vorstellen."

Über 600 Helfer sorgen für für die perfekte Organisation der Weltmeisterschaft. Bisher lief alles rund. Ob bei der Verpflegung, oder der Wettkampfaufsicht, beim Shuttle-Service oder der Unterbringung der Athleten. Sollte es doch einmal Probleme geben, beantwortet die Technische Information offene Fragen. "Wir helfen unbürokratisch in jeder Sprache", sagt Dieter Göring, der den Stand mitbetreut. Kurios war die Frage eines britischen Teilnehmers, der wissen wollte, ob er im Fall eines Feueralarms seinen Lauf beenden müsse, oder ob er ins Ziel laufen solle.

Das Catering-Zelt vor dem Glaspalast läuft unter der Regie von Herbert Bohr. Der IHS-Macher hat sich ein kompetentes Team besorgt. Erich Wolf, der ehemalige Geschäftsführer der Schönbuch-Zentralküche, und Rose Späth sorgen mit ihrem Team für die Versorgung der hungrigen Sportler.

Durchweg positiv waren die ersten Eindrücke von der Weltmeisterschaft: "Die internationale Atmosphäre ist in der ganzen Stadt zu spüren", sagte Sport-und Bäderamtsleiter Dr. Joachim Wolf. WLV-Präsident Karl-Heinrich Lebherz bedankte sich bei den vielen Helfern und sagte: "Sindelfingen ist bekannt dafür, solche Großveranstaltungen professionell ausrichten zu können." Selbst der als eher reserviert geltende Chef des Welt-Leichtathletik-Verbandes, Lamine Diack, machte eine zufriedenen Eindruck.

Hans Drexler, der Vorsitzende des Sportkreises Böblingen war ebenfalls begeistert: "Das ist ein großartiges Ereignis für die Region. So etwas gibt es nicht alle Tage." Ohnehin möchte Drexler wieder nach vorne schauen: "Olympia 2012 in Stuttgart ist abgehakt aber es wird in Zukunft noch viele tolle Sportveranstaltungen geben. Besonders gefällt mir hier die Freundschaft und Kameradschaft, die man überall spürt.

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11.03.

Geburtstag mit 3000 Gästen

 

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Von unserem Redakteur Steffen Müller

Bild: Dieter Locher

Dieter Locher

Während die meisten ihren 50. Geburtstag mit der Familie und Freunden ausgiebig feiern, verbrachte Dieter Locher, VfL-Urgestein und Vizepräsident des Württembergischen Leichtathletik-Verbandes (WLV) seinen Geburtstag im Glaspalast.

Die SZ/BZ unterhielt sich mit dem Leichtathletik-Funktionär Dieter Locher (Bild: Blow Up) über seinen Geburtstag und die Senioren-WM im Glaspalast.

Wären Sie an Ihrem Geburtstag nicht lieber woanders gewesen?
Dieter Locher: "Nein, warum? Wer kann seinen Geburtstag schon in so einem großen Raum mit so vielen Menschen feiern, von denen einem viele auch noch sehr herzlich gratulieren."

Mussten Sie sich an Ihrem 50. schon ärgern oder lief bisher alles reibungslos?
Dieter Locher: "Die erste Stunde war recht anstrengend aber bisher lief alles völlig problemlos. Natürlich auch dank der vielen Helfer, die teilweise nur am Rande mit der Leichtathletik zu tun haben. Es freut mich unheimlich, dass so viele Menschen uns unterstützen."

Was war für Sie der bisherige WM-Höhepunkt?
Dieter Locher: "Ganz klar der 200-Meter-Endlauf der über 80-Jährigen. Ein Athlet kam zu spät zum Start. Wir ließen ihn danach separat starten und er zog unter dem Jubel des Publikums seine Runden. Er wurde zwar nicht gewertet aber das war beeindruckend."

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10.03.

Die Sprinter machen den Anfang

 

Heute beginnt im Sindelfinger Glaspalast die erste Senioren-Weltmeisterschaft / Einstündige Eröffnungsfeier um 17 Uhr

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Von Hans-Joachim Müller und Philipp Hamann
Nach acht Monaten Vorbereitungszeit ist es heute soweit. Um 8.30 Uhr beginnt im Glaspalast mit den Vorläufen über 200 Meter die erste Hallen-Weltmeisterschaft der Leichtathletik-Senioren.

Insgesamt 2635 Sportler aus 57 Ländern gehen in den nächsten fünf Tagen in elf (Frauen), beziehungsweise zwölf (Männer) verschiedenen Altersklassen auf Medaillenjagd. Der Wettbewerb M35 ist allerdings nur ein Demonstrationswettbewerb. Wer hier gewinnt, darf sich nicht Weltmeister nennen.

Sonst gab es im Vorfeld dieser Veranstaltung allerdings kaum eine Einschränkung. Karl-Heinrich Lebherz, Präsident des Württembergischen Leichtathletikverbandes: "Wer im Vorfeld die Startgebühr von 70 Euro bezahlt hat, darf starten."

Das hat der Holzgerlinger Ralf Mickeler (Bild: - z - ) getan. Er hält sich normalerweise beim Lauftreff der SpVgg Holzgerlingen fit und wird am Samstag am Crosslauf über acht Kilometer rund um den Glaspalast starten. "Dafür kaufe ich mir eigens noch Spikes, denn sonst habe ich auf dieser Strecke keine Chance", so Ralf Mickeler.

Für den Holzgerlinger war von Anfang an klar, dass er bei diesen Titelkämpfen an den Start gegen wird: "An so einer Veranstaltung muss man einfach teilnehmen." Für seinen Start am Samstag verzichtete der Familienvater am vergangenen Wochenende sogar auf die Bezirksmeisterschaften. "Wenn ich dort trotz meiner Erkältung gelaufen wäre, hätte ich die WM abschreiben müssen", so der Holzgerlinger.

Mit einem Platz unter den besten zehn Läufern bei dem WM-Lauf wäre es dann auch nichts geworden. Ralf Mickeler: "In meiner Altersklasse M35 starten am Samstag nur acht Läufer, da ist mir ein Spitzenplatz garantiert. Der dritte Rang und damit die Bronzemedaille wäre für mich der Hammer."

Edelmetall hat auch Dietmar Wesp im Visier. Er ist einer von zehn Startern des VfL Sindelfingen bei dieser Weltmeisterschaft und wohl auch der bekannteste. In den 80er Jahren war er einer der besten deutschen Stabhochspringer. 1983 stellte er mit 5,30 Meter einen neuen Vereinsrekord auf, der bis heute Gültigkeit hat. In der Altersklasse M45 geht er am Samstagmorgen auf Höhenjagd.

Dagegen fast noch ein Youngster ist Dr. Peter Heinkele. Der Zahnarzt aus Gärtringen sprang im Jahre 1985 2,01 Meter hoch. Die beliebtesten Strecken der älteren Jahrgänge scheinen trotz des Trends zum Dauerlauf zwischen 60 und 400 Metern zu liegen. Hans-Jürgen Burgstahler (M40), Peter Göttner (M55), Roland Wahl (M40), sowie Anna (W40) und Peter Wiesner M40) jedenfalls ziehen die Strecken über 60 und 200 Meter vor.

Ob Reinhard Michelchen (M50), der über 60, 200 und 400 Meter gemeldet ist, überhaupt starten kann, steht noch gar nicht fest. Endlaufchancen über 800 Meter erhofft sich Bernhard Grißmer (M45). Der einzige Langstreckler vom VfL Sindelfingen der bei den Weltmeisterschaften an den Start geht ist Werner Hasler. In der Halle läuft er die 3000 Meter. Hier werden heute Nachmittag auch die ersten Medaillen vergeben. Außerdem sucht Werner Hasler am Samstag noch wie Ralf Mickeler das Abenteuer beim Crosslauf.

Heidi Azeroth (W60), Hartmut Lechler (M40) und René Reichert (M35) alle von der SV Böblingen sind auf den längeren Strecken zuhause. Genau wie Gudrun Vogl (SV Renningen), bekanntermaßen eine gute Langstrecklerin ihrer Altersklasse W50.

Bernhard Stierle hat viel vor

Der ehemalige Weit- und Dreispringer Bernhard Stierle (M60) von Salamander Kornwestheim hat nun im Trikot des VfL Herrenberg volles Programm. 60 Meter-Hürden, Hoch-, Weit- und Dreisprung nimmt er in Angriff.

Heute um 17 Uhr werden die Wettkämpfe für eine Stunde unterbrochen, denn dann steht im Glaspalast für eine Stunde die offizielle Eröffnungsfeier auf dem Programm. VfL-Abteilungsleiter Dieter Gauger: "Das wird eine farbenfrohe Angelegenheit."

Alles Wissenswerte rund um diese erste Hallen-Weltmeisterschaft bekommt man ab sofort unter www.sindelfingen.de im Internet.

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10.03.

Zwei Limousinen für die Prominenz

 

www.szbz.de

Von unserem Redakteur Philipp Hamann

Bild: Dieter Gauger

Dieter Gauger

Dieter Gauger, Abteilungsleiter der Sindelfinger Leichtathleten, hat rechtzeitig vor dem heutigen Start der Senioren-Weltmeisterschaft eine Sorge weniger. Für die Beförderung der Ehrengäste stellt DaimlerChrysler zwei Limousinen zur Verfügung.

Die SZ/BZ sprach mit Dieter Gauger über den letzten Stand der Vorbereitungen zu diesem Großereignis.

Wie geht es Ihnen 24 Stunden vor dem Start der Weltmeisterschaft?
Dieter Gauger: "Meinen Sie gesundheitlich oder sportlich? Nein im Ernst: Mir geht es gut. Alle Vorbereitungen laufen rund."

Drückt denn irgendwo noch der Schuh?
Dieter Gauger: "Leider wurden bei den drei Bussen, die uns der Stadtjugendring für die WM zur Verfügung stellt in der Nacht zum Dienstag die Nummernschilder geklaut. Darum musste ich mich jetzt auch noch kümmern."

Heute kommt Leichtathletik-Weltpräsident Lamine Diack nach Sindelfingen. Muss er sich in einen der drei Busse setzen?
Dieter Gauger: "Glücklicherweise nicht. DaimlerChrysler gibt uns für die Dauer der Veranstaltung zwei S-Klasse Limousinen. Damit können wir Lamine Diack standesgemäß am Flughafen abholen."

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10.03.

WM-Splitter: Auch für Diack heute auf Zack

 

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2635. So hoch ist die Zahl der gemeldeten Teilnehmer für die heute im Sindelfinger Glaspalast beginnenden ersten Leichtathletik-Hallenweltmeisterschaften der Senioren.

Ob tatsächlich so viele Sportler an den Start gehen werden? Wohl kaum. Einige werden kurzfristig wegen Verletzungen passen müssen. Andere würden zwar gerne erscheinen, dürfen jedoch nicht. Beispielsweise wurde den zwölf Leichtathleten aus Kamerun wegen fehlenden Visums die Einreise nach Deutschland verweigert. Womit sich auch die Zahl der teilnehmenden Nationen von 57 auf 56 verringert.

Sei's drum, es wird auch so ein buntes Sportfest. Garantiert. Und hohen Besuch gibt's ebenso sicher. Bereits am Eröffnungstag wird sich der Präsident des Leichtathletik-Weltverbands (IAAF), Lamine Diack, selbst ein Bild von den Meisterschaften machen. Heute um 12.30 Uhr darf er sich im Hotel Knote ins Goldene Buch der Stadt Sindelfingen eintragen, um 15 Uhr gibt er im VfL-Vereinsheim eine Pressekonferenz, um anschließend um 17 Uhr die Titelkämpfe feierlich und offiziell für eröffnet zu erklären.

Übrigens: Wer die Weltmeisterschaften der Senioren etwas abschätzig belächelt, sollte vorbeischauen und sich eines Besseren belehren lassen. So gibt es im Glaspalast beispielsweise 60-Jährige zu bewundern, die 10 000 Meter unter 35 Minuten laufen und genügend Teilnehmer, die an die 200 Kilometer pro Woche trainieren.

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10.03.

Mit müden Augen Durchblick bewahren

 

Die Senioren-WM im Glaspalast fordert die Organisatoren des VfL Sindelfingen
Mit müden Augen Durchblick bewahren

www.bb-live.de
Die Hallenweltmeisterschaften der Leichtathletik-Senioren gehen an die Substanz. Bereits jetzt. Heute um 8.30 Uhr beginnt die muntere Medaillenjagd im Glaspalast. Und wird von Dieter Gauger bis Sonntag mit müden Augen verfolgt.

Der Abteilungsleiter des VfL Sindelfingen hat in den vergangenen acht Monaten unzählige Arbeitsstunden investiert, um die Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Am Anfang war die Idee. Zum ersten Mal suchte der Leichtathletik-Weltverband nach einem Austragungsort für Senioren-Hallenweltmeisterschaften. Und der VfL Sindelfingen schickte seine Bewerbung los. Im festen Glauben, die Aufgabe mit der Erfahrung als Ausrichter vieler nationaler Meisterschaften und internationaler Hallensportfeste locker bewältigen zu können.

Inzwischen ist die Lockerheit längst gewichen, zu groß ist vor den Titelkämpfen die Anspannung ob der zahlreichen organisatorischen Erwartungen, die es zu erfüllen gilt. "Mit den vielen Dingen, die da auf uns hereingeprasselt sind, haben wir nicht gerechnet", gibt Dieter Gauger zu, und lugt mit verschlafenen Augen durch seine Brillengläser. "Der Aufwand, den wir hier betreiben müssen, ist mit keiner Veranstaltung, die wir bisher durchgeführt haben, auch nur annähernd zu vergleichen."

Der Chef der Sindelfinger Leichtathleten steht mitten im Glaspalast, in der einen Hand eine Liste, prall gefüllt mit Aufgaben, die es zu erledigen gilt, in der anderen einen Kuli. In diesen Tagen einer seiner besten Freunde, ihn setzt er ein, um abzuhaken. Donnerstagabend spielten hier noch die Bundesliga-Basketballer der EnBW Ludwigsburg, Freitagmorgen machte er sich zusammen mit einer treuen Helferschar rüstiger Rentner an die Arbeit, um aus der Halle einen weltmeisterschafts-würdigen Wettkampftempel für die Senioren aus aller Herren Länder aufzubauen. "Selbst dabei sind wir auf Schwierigkeiten gestoßen, mit denen wir bisher, trotz aller Routine, die wir besitzen, nicht gekannt hatten", erklärt Gauger vier Tage später. Beispiele? "Oh je, die gibt's zu Genüge." Da wäre die Beschaffung einer zweiten Kugelstoßanlage. Weil im Glaspalast nur eine zu finden ist, fragten die Sindelfinger in Karlsruhe an, ob sie sich dort eine ausleihen dürften. Sie erhielten grünes Licht, mussten diese am Samstag selbst aus dem Badischen herbeikarren. Ein weiteres Hindernis war die Beschaffung von Hürden mit der Höhe von 76 Zentimetern für die ältesten Starterinnen. "Wir haben schließlich eigene genommen und abgesägt. Hinzu kamen etliche andere Unwägbarkeiten, mal ganz abgesehen vom enormen logistischen Aufwand. Viel geschlafen haben wir zuletzt nicht, sinnvoller wär's gewesen, wir hätten uns hier ein Bett aufgestellt."

Auf der Gegengeraden haben sich die Aufbauhelfer versammelt, Gauger stapft rüber, zückt seinen Kuli. Alles erledigt. Draußen stehen die Zelte, drinnen sind die letzte Matte befestigt, das letzte Werbebanner aufgehängt, alles ist schmuck. Was fehlt, sind Bier und Brezeln, Mittagszeit. "Ohne meine Rentner wäre ich verloren", sagt der Hauptorganisator anerkennend und macht sich auf den Weg, um Proviant zu besorgen. "Nachher müssen wir nur noch einteilen, wer während der Wettkampftage wann und wo eingesetzt werden kann."

Am Ende haben Dieter Gauger und sein Team alles getan, um die WM zu einem Erfolg werden zu lassen. Die kommenden fünf Tage sollen ein Fest werden, Müdigkeit hin, Anspannung her.

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10.03.

WM kostet 240.000€ : Stadt Sindelfingen zahlt ein Zwölftel

 

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Die Leichtathletik-Hallenweltmeisterschaft der Senioren ist die größte Sportveranstaltung, die jemals in Sindelfingen stattgefunden hat.

Das Ereignis, von dem sich die Stadt internationales Renommee erhofft, hat ein Budget von 240.000 Euro. "Der Finanzrahmen ist im Laufe der Vorbereitung immer größer geworden", eröffnete der stellvertretende Sportamtsleiter Thomas Jeggle den Mitgliedern des Sportausschusses des Gemeinderats. Doch den Vertretern der Stadt kann das egal sein: Sie hatten den kommunalen Beitrag zur WM auf 20 000 Euro festgesetzt. Über die Hälfte davon besteht aus einem Mietkostenzuschuss für den Glaspalast. Darüber hinaus steckt die Stadt Geld in einen Empfang der Teilnehmer gemeinsam mit dem Land und sie finanziert kleinere Dinge an den Sportstätten.

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09.03.

Gibt's Gold für alte Größen?

 

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Morgen fällt der Startschuss zur Leichtathletik-Hallenweltmeisterschaft für Senioren im Sindelfinger Glaspalast. Mit dabei auch einige Teilnehmer aus dem Kreis.

Die Übersicht
Böblingen:
Heidi Azeroth (Altersklasse W60, Disziplinen: 1500 Meter, Crosslauf)
René Reichert (M35, Crosslauf)
Hartmut Lechler (M40, 800 Meter)
Günter Eisenhardt (M65, Crosslauf).
Dagersheim:
Frank Krasemann (M35, Hochsprung).
Deckenpfronn:
Erwin Seydter (M55, 60, 200 und 400 Meter).
Gärtringen:
Dr. Peter Heinkele (M35, Hochsprung)
Dieter Olpp (M40, 200 und 400 Meter).
Herrenberg:
Joachim von Glasenapp (M60, 60 Meter).
Holzgerlingen:
Anna Wiesner (W40, 60 und 200 Meter)
Ralf Mickeler (M35, Crosslauf)
Werner Hasler (M40, 3000 Meter, Crosslauf)
Ralf Schmäding (M40, Crosslauf)
Peter Wiesner (M40, 60 und 200 Meter).
Leonberg:
Gertrud Reichert (W65, 60 und 200 Meter).
Renningen:
Gudrun Vogl (W50, 1500 und 3000 Meter, Crosslauf)
Dieter Waldenmaier (60 und 200 Meter, 60 Meter Hürden).
Sindelfingen:
Hans-Jürgen Burgstahler (M40, 60 Meter)
Bogdan Markowski (M55, Stabhochsprung)
Adolf Appel (M65, Weit- und Dreisprung).
Waldenbuch:
Alois Teufel (M50, 60 und 200 Meter, Weitsprung)
Norbert Schenzle (M50, 60 und 200 Meter).
Weil der Stadt:
Margot Bernhard (W55, 60 und 200 Meter, Weitsprung, Kugelstoßen)
Helmut Bernhard (M65, 60, 200 und 400 Meter).
Für einen Kreisverein am Start:
Roland Wahl (VfL Sindelfingen, M40, 60 Meter)
Bernhard Grißmer (VfL Sindelfingen, M45, 200, 400 und 800 Meter)
Dietmar Wesp (VfL Sindelfingen, M45, Stabhochsprung)
Reinhard Michelchen (VfL Sindelfingen, M50, 60, 200 und 400)
Peter Göttner (VfL Sindelfingen, M55, 60 und 200 Meter)
Bernhard Stierle (VfL Herrenberg, M60, 60 Meter Hürden, Hochsprung, Weitsprung sowie Dreisprung).

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09.03.

Für fünf Tage der Nabel der Welt

 

Leichtathletik: Morgen beginnt im Sindelfinger Glaspalast die Hallen-Weltmeisterschaft der Senioren /20 000 Euro Zuschuss von der Stadt

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Von unserem Mitarbeiter Philipp Gerber
Ab morgen ist Sindelfingen der Nabel der Welt. Zumindest für mittlere und ältere Semester, die noch locker am eigenen Nabel vorbeischauen können, ohne dass der Blick auf die Füße von einer mit den Jahren wachsenden Bierbauch-Beule verdeckt würde.

Weil sie sich als ehrgeizige Leichtathleten sportlich fit halten. Vom agilen Mitdreißiger bis zum rüstigen Rentner machen sich diese Menschen von überall auf, um bei den ersten globalen Hallenmeisterschaften der Senioren im Glaspalast bis Sonntag um Ruhm und Ehre und um die Medaillen zu kämpfen.

Bild: Thomas Jeggle

Thomas Jeggle

"Die Gelegenheit für Sindelfingen", findet Thomas Jeggle, stellvertretender Sportamtsleiter, "den Namen der Stadt einmal mehr weltweit ins Gespräch zu bringen." Bei der Verwaltung freut man sich auf bis zu 3500 zusätzliche Gäste in Sindelfingen. "Das ist dann auch wirtschaftlich interessant", so Thomas Jeggle, selbst aktiver und hervorragender Läufer.

Deswegen unterstützt die Stadt das Organisationsteam - vorwiegend aus dem VfL besetzt - gerne. 20 000 Euro gibt's als Zuschuss. Allein die Hälfte davon geht für fünf Tage Hallenmiete im Glaspalast drauf. Den Rest fressen unter anderem die Personalkosten an den Marathon-Tagen von frühmorgens bis spätabends. Aber die Stadt macht noch mehr.

Es wird mitangepackt

Es wird mitangepackt. Weil die Infrastruktur im Stadion, wo vier der fünf Wurfdisziplinen stattfinden, marode ist, haben Eberhard Hartinger und Gerhard Jahn 20 Stunden lang geschraubt und geschweißt. Und die beiden Stadionwarte haben ganze Arbeit geleistet: Auf der Werferwiese neben dem Hartplatz steht seitdem ein nagelneuer Käfig, der die WM-Teilnehmer beim Gewichtwerfen schützen soll. Immerhin wiegen diese Wurfhammer-ähnlichen Geräte zwischen fünfeinhalb und 15 Kilogramm.

"Abgesehen davon, dass wir kein Geld für so etwas haben - es hätte sich nicht gelohnt, in eine neue Anlage zu investieren oder sie zu leihen", erklärt Thomas Jeggle. Und als sich die handwerklich geschickten Hartinger und Jahn für den Bau ins Spiel brachten, sagte man beim Sportamt nicht nein. Jeggle: "Die Qualität der Mitarbeiter ist da ein echter Vorteil." Dass beide inzwischen rund 150 Überstunden gesammelt haben wohl eher nicht.

Daneben ist die Stadt in vielen Arbeitsgruppen und im Organisationskomitee vertreten. Thomas Jeggle: "Offiziell ist unser ehemaliger Sportbürgermeister Andreas Schütze dort Mitglied." De facto teilen sich Jeggle und sein Chef, Sportamtsleiter Dr. Joachim Wolf, die Arbeit. Wolf kümmert sich unter anderem um den Empfang der Stadt am Freitag, 11. März, an dem rund 80 Repräsentanten aus Sport und Politik zusammen dinieren.

Weitaus mehr fällt jedoch die gesamte Ablauforganisation ins Gewicht. Auf dem Badezentrums-Parkplatz am Burghaldenfriedhof erwartet Bäderleiter Peter Riedel um die 40 Wohnmobile. Vielleicht doppelt so viele. Die Weltmeisterschafts-Teilnehmer können in den nächsten Tagen zum ermäßigten Preis in die Schwimmhalle - duschen und plantschen.

Die Stadt hilft im Glaspalast, beim Gerätetransport der ausgeliehenen Sport-Anlagen aus der Schleyerhalle in Stuttgart, bei der Ausschilderung der Crossstrecke, stellt Reinigungspersonal zur Verfügung, das Ordnungsamt regelt Straßensperrungen beim Gehen. Und, und, und.

Hilfe vom Vermessungsamt

"Bereits im letzten Jahr", so Thomas Jeggle, "haben wir die Besitzverhältnisse im Eichholzer Täle geklärt." Danach hat das Vermessungsamt die dortige Crossstrecke mitgeplant. "Im Großen und Ganzen ist es ja in Ordnung", findet der stellvertretende Sportamtsleiter, "wenn wir gewisse Dinge machen."

Für die Zeit der Vorbereitung dieser Weltmeisterschaften sind sogar noch zwei Praktikantinnen engagiert worden. Wichtig ist ihm jedoch auch: "Die Belastungsgrenze ist erreicht."

Es müsse alles in einem machbaren Rahmen ablaufen: "Manchmal scheint es ein altes Denken zu geben, nach dem Stadt und Vereine eins sind. Dem ist aber nicht mehr so. Früher mag das mal anders gewesen sein."

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09.03.

Alles in trockenen Tüchern trotz Meldeflut

 

Leichtathletik: Morgen beginnen die 1. Hallenweltmeisterschaften für Senioren in Sindelfingen

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Von 1500 bis 2100 gingen die Schätzungen über die Meldezahlen für die ersten Hallen-WM der Senioren in Sindelfingen, die morgen beginnen, 2635 sind's geworden.

Ein stolzes Meldeergebnis. Karl-Heinrich Lebherz, Präsident des Württembergischen Leichtathletik-Verbandes (WLV) und Präsident des Organisationskomitees: "Mit dieser Meldeflut habe ich nicht gerechnet."

Für alle beteiligten Organisationen und Verbände war und ist es ein Wettlauf mit der Zeit, die WM auf die Beine zu stellen und sauber über die Bühne zu bringen. Denn für das komplette Programm stehen nur fünf Wettkampftage zur Verfügung. Zum Vergleich: Bei den Stadion-Weltmeisterschaften im Sommer 2003 in Carolina (Puerto Rico) starteten 2596 Athletinnen und Athleten an zehn Wettkampftagen. "Das wird für alle Kampfrichter eine ganz spannende Erfahrung", ist sich Lebherz sicher.

Was damit gemeint ist, zeigt ein kurzer Blick in den Zeitplan. Die ersten Wettkämpfe beginnen am Mittwoch um 8.30 Uhr. Zum Auftakt starten die Fünfkämpferinnen und Fünfkämpfer über 60 Meter Hürden. Am Eröffnungstag stehen im Glaspalast in Sindelfingen vor allem die 200-Meter-Vorläufe im Blickpunkt, bevor gegen 16.10 Uhr das erste Finale über 3000 Meter ansteht. Eingebettet in den ersten Wettkampftag ist eine Eröffnungsfeier um 17 Uhr. Die Sportlerinnen und Sportler aus 57 Ländern werden mit einem bunten Programm in Sindelfingen begrüßt.

Viel Zeit zum Feiern bleibt nicht, denn nach der Eröffnung ist wieder Leistung gefordert. Es warten fünf lange Leichtathletiktage, im Glaspalast werden die Wettkämpfe bis gegen 22.30 Uhr ausgetragen. Nicht nur das: Um die großen Starterfelder im Weit- und Dreisprung bewältigen zu können, werden einige Wettbewerbe in die Stuttgarter Molly-Schauffele-Halle verlegt. Wie hoch die Premiere dieser Senioren-Weltmeisterschaften in Sindelfingen sportpolitisch gesehen wird, zeigt die Zusage des Präsidenten des Internationalen Leichtathletik-Verbands (IAAF). Lamine Diack wird direkt von den Hallen-Weltmeisterschaften in Budapest nach Sindelfingen reisen und für drei Tage bleiben. Auch der Präsident des Europäischen Leichtathletik-Verbandes (EAA), Hansjörg Wirz, und DLV-Präsident Dr. Clemens Prokop sind in Sindelfingen zu Gast. Zum Wochenende trifft sich das Master's Commitee der IAAF ebenfalls in Sindelfingen und wird einen Tag nach den Senioren-Weltmeisterschaften tagen.

Die gemeldeten Athleten stammen aus 57 Nationen, wobei Europa mit 34 Ländern den Hauptanteil stellen wird. Mit der größten Mannschaft geht der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) an den Start: 1216 Athleten kommen aus deutschen Vereinen, davon 209 aus Württemberg.

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04.03.

2635 Sportler auf Medaillenjagd

 

Leichtathletik Senioren: Am nächsten Mittwoch beginnt die WM
2635 Sportler auf Medaillenjagd

www.szbz.de
Von unserem Redakteur Philipp Hamann
Die erste Hallen-Weltmeisterschaft der Leichtathletik-Senioren in Sindelfingen übertrifft alle Erwartungen. "Wir hatten ursprünglich mit 1500 bis 2000 Starten gerechnet", so Karl-Heinrich Lebherz, Präsident des Württembergischen Leichtathletik-Verbandes. Ab Mittwoch gehen nun 2635 Sportler auf Medaillenjagd und das stellt die WM-Organisatoren vor einige Probleme.

Doch bisher konnten alle Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt werden. Sindelfingens Leichtathletik-Abteilungsleiter Dieter Gauger: "In den hohen Altersklassen dürfen die Hürden nur 76 Zentimeter hoch sein, doch so was gibt es nur in Potsdam."

Da in der kommenden Woche die Hürden-Läufe über 60 Meter auf vier Bahnen ausgetragen werden, wurden 20 Hürden aus dem Fundus des Glaspalastes kurzerhand abgesägt. "Das ist billiger, als mit einem Lastwagen nach Potsdam und wieder zurück zu fahren, um die Hürden dort zu holen", so Gauger.

Trotz dieser Probleme im Vorfeld dieser Weltmeisterschaft überwiegt bei den Organisatoren der Stolz. Karl-Heinrich Lebherz: "Wir haben uns in der Bewerbung immerhin gegen New York und Malmö durchgesetzt." In der kommenden Woche will Karl-Heinrich Lebherz den Beweis antreten, dass Sindelfingen die richtige Wahl war. "Wir wollen, dass diese Weltmeisterschaft ein Erfolg für den Seniorensport wird und gleichzeitig völkerverbindend wirkt."

Dafür sollen auch die Sportler sorgen. Einer von ihnen ist der Sindelfinger Bernhard Grißmer. Er startet in der Altersklasse M45 über 400 Meter. Die Generalprobe für Sindelfingen ging für Grißmer allerdings daneben. Bei den Deutschen Senioren-Meisterschaften in Potsdam gewann er in 55,21 Sekunden die Bronzemedaille. Zufrieden war er nicht: "Mit dieser Zeit hat man keine Finalchance bei der WM."

Dennoch freut sich Grißmer auf die kommende Woche: "Es macht Spaß mal vor Freunden und Kollegen zu laufen." Der Spaß steht bei ihm im Training allerdings im Hindergrund: "Ich bereite mich so ernsthaft vor wie die Aktiven."

Alle Informationen rund um die Senioren-WM bekommt man ab sofort auch unter www.sindelfingen2004.de im Internet.

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04.03.

Drahtseilakt von nicht bekannter Dimension

 

Leichtathletik: Nächste Woche beginnt im Sindelfinger Glaspalast die 1. Hallen-WM der Senioren

www.bb-live.de
Der Countdown läuft. Heute in sechs Tagen fällt bei den 1. Leichtathletik-Hallenweltmeisterschaften der Senioren im Sindelfinger Glaspalast der erste Startschuss. Insgesamt 2635 Sportler aus 57 Nationen werden anschließend um Medaillen und Platzierungen streiten.

Fünf Tage Senioren-WM, fünf Tage volles Programm. Dahinter steckt ein organisatorischer Aufwand, der alle Dimensionen bei weitem sprengt, welche die mit zahlreichen Großveranstaltungen sehr geübte Leichtathletikabteilung des VfL Sindelfingen bisher kannte. Beispiele: An fünf Tagen müssen rund 600 Siegerehrungen durchgeführt werden, der Zeitplan für die einzelnen Wettkämpfe ist dementsprechend straff gesteckt und erstreckt sich täglich von 8.30 bis mindestens 23 Uhr. Ein Drahtseilakt. Trotzdem ist Abteilungsleiter Dieter Gauger guter Dinge: "Wir haben soweit alles im Griff. Von unserer Seite aus kann's losgehen."

Auch Karl-Heinz Lebherz, Präsident des Württembergischen Leichtathletikverbands, blickt der Großveranstaltung erwartungsfroh entgegen. "Wir freuen uns, dass wir in nur acht Monaten diese WM-Premiere der Senioren auf den Weg bringen konnten, die Dimensionen beim Zeitplan und den Teilnehmerzahlen sind mit den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 1993 in Stuttgart vergleichbar und gehen sogar darüber hinaus."

Um überhaupt alle Wettbewerbe durchführen zu können, mussten sogar einige in die Stuttgarter Molly-Schauffele-Halle verlegt werden, hier werden große Teile des Weit- und Dreisprungs über die Bühne gehen. "Wir sind froh, dass der Weltverband dieser Regelung zugestimmt hat", so Lebherz. Apropos Weltverband (IAAF). Dessen Präsident, Lamine Diack, wird selbst für drei Tage nach Sindelfingen kommen, was den Stellenwert der Weltmeisterschaften, auch von der sportpolitischen Seite her, unterstreicht. Auch Schirmherr Ministerpräsident Erwin Teufel hat sich angekündigt. "Schade nur, dass es uns bislang nicht gelungen ist, einen Autohersteller dazu zu bringen, uns Fahrzeuge zur Verfügung zu stellen, um zumindest unsere hochkarätigen Gäste wie Lamine Diack angemessen chauffieren zu können", bedauert Gauger. "In einer Autostadt wie Sindelfingen wäre es schön, Persönlichkeiten in einem Mercedes bewegen zu können."

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03.03.

Rotes Polohemd statt rotem Jackett

 

Leichtathletik: IHS Macher Herbert Bohr ist in der kommenden Woche für das Catering-Zelt bei der Senioren-WM in Sindelfingen zuständig

www.szbz.de
Von unserem Redakteur Philipp Hamann

Bild: Herbert Bohr

Herbert Bohr

In diesem Jahr gibt es kein Internationales Hallensportfest Sindelfingen (IHS). Dennoch ist Herbert Bohr nicht beschäftigungslos. Ganz im Gegenteil: Der 70-jährige IHS-Macher ist in der kommenden Woche bei der ersten Senioren-Weltmeisterschaft im Glaspalast, zusammen mit Rosemarie Späth und Erich Wolf, für das Catering-Zelt zuständig.

Herbert Bohr ist ein erfahrener Veranstalter, doch was auf ihn und seine zwei Mitstreiter in der kommenden Woche bei der Senioren-Weltmeisterschaft genau zukommt, kann er nicht sagen: "Wir wissen nur, das wir nichts wissen."

Doch Bangemachen gilt bei Herbert Bohr nicht. In den vergangenen Wochen hat er rund 90 Helfer für die Bewirtschaftung des Catering-Zeltes gefunden. Darauf ist der 70-Jährige auch stolz: "Man sagt mir nach, dass ich für diese Suche ein Händchen habe." Überhaupt ist er bei den Vorbereitungen zu dieser ersten Senioren-Weltmeisterschaft mit Feuereifer dabei: "Hier muss man nicht mit Athleten Verhandlungen über das Startgeld führen. Außerdem gibt es hier keine kurzfristigen Absagen von Sportlern."

Doch dafür müssen Herbert Bohr, Rosemarie Späth und Erich Wolf für die Titelkämpfe der Senioren viel mehr Zeit investieren, als für ein IHS: "Das ist nach rund dreieinhalb Stunden vorbei, doch in der kommenden Woche sind wir an fünf Tagen von früh bis spät im Einsatz."

Das Catering-Zelt mit seinen 400 Plätzen ist an den fünf Wettkampftagen bereits ab vormittags für Sportler und Zuschauer geöffnet. Die Bewirtschaftung im Glaspalast (jeden Tag ab 7 Uhr) und im benachbarten Zelt übernimmt der VfL Sindelfingen in Eigenregie. "Der Erlös soll unseren Leistungssportlern zu Gute kommen", so Herbert Bohr.

Doch ohne Partner kommen die Sindelfinger Leichtathleten an den fünf Veranstaltungstagen nicht aus. Die IBM liefert 300 Tabletts und Getränke Klauss hilft mit der Gastronomie-Ausrüstung aus. Das Essen kommt an drei Tagen aus der Betriebskantine von DaimlerChrysler. Am Samstag und Sonntag werden jeweils 500 Essen vom Städtischen Krankenhaus angeliefert. Herbert Bohr: "Erich Wolf wird täglich noch ein weiteres Gericht in der Zeltküche zubereiten. So können wir den Bedarf der 2650 Sportler besser steuern."

Die Vorbereitungen sind alle gemacht, dennoch hat Herbert Bohr ein wenig Bauchweh vor dem Start der Weltmeisterschaften: "Das ist ein anderes Gefühl wie vor dem IHS weil diese Veranstaltung ja nicht mit meinem Namen verbunden wird. Wenn in dem Zelt aber etwas schief läuft, betrachte ich dies als persönliche Niederlage." Auch die Kleiderordnung unterscheidet sich. Beim IHS trug Herbert Bohr stets ein rotes Jackett. Das tauscht er bei der Senioren-Weltmeisterschaft gegen ein rotes Polohemd.

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26.02.

"Wir haben 600 Helfer rekrutiert"

 

Das Sportgespräch: Dieter Gauger und die VfL-Leichtathleten sind für die Senioren-WM gerüstet

www.szbz.de
Von unserem Redakteur Philipp Hamann

Bild: Dieter Gauger

Dieter Gauger

Für Dieter Gauger, Abteilungsleiter der Sindelfinger Leichtathleten, gibt es keine Zeit zum Durchatmen. Am Wochenende drückte er seinen Sportlern bei den Deutschen Meisterschaften in Dortmund die Daumen und in zwei Wochen beginnen im Glaspalast die Senioren-Weltmeisterschaften mit mehr als 2600 Teilnehmern: "Der Aufwand ist viel größer als gedacht."

Die SZ/BZ sprach mit Dieter Gauger über den Stand der Vorbereitungen zu den Titelkämpfen der Leichtathletik-Senioren in Sindelfingen und über die Medaillenjagd in
Dortmund.

Wie fällt Ihr Fazit von Dortmund aus?
Dieter Gauger: "Wir sind sehr zufrieden. Im Vorfeld hatten wir uns zwei Medaillen zum Ziel gesetzt, dass es am Ende drei geworden sind, ist natürlich eine tolle Sache. Der dritte Platz von Said Lakhal war nicht unbedingt zu erwarten. Er hat eine tolle Leistung gezeigt."

Überragender Athlet bei diesen Deutschen Meisterschaften war mit Tobias Unger ein ehemaliger Sindelfinger. Er hat erklärt, dass er erst jetzt bei seinem neuen Verein Salaman der Kornwestheim optimale Bedingungen hat. Ärgern Sie solche Aussagen?
Dieter Gauger: "Nein, ich habe immer noch einen guten Kontakt zu Tobias Unger. Fakt ist doch, dass die Kornwestheimer immer schon mehr Geld hatten, als wir."

Eine Möglichkeit die Vereinskasse aufzufüllen, ist die Senioren-Weltmeisterschaft. Wieviel bleibt da für den VfL hängen?

Der Aufwand ist vielgrößer als gedacht

Dieter Gauger:
"Natürlich wollen wir mit dieser Veranstaltung einen Gewinn machen. Wie viel das sein wird, können wir aber erst nach Ende der Senioren-Weltmeisterschaft sagen. Der Aufwand dieser Titelkämpfe ist aber viel größer, als wir gedacht haben."

Ist der VfL Sindelfingen dieser Großveranstaltung überhaupt gewachsen?
Dieter Gauger: "Gemeinsam mit dem Württembergischen Leichtathletikverband haben wir in den vergangenen Monaten rund 600 ehrenamtliche Helfer rekrutiert. Die Koordination der Wettkämpfe war aber dennoch etwas schwierig. Wegen der vielen Teilnehmer müssen wir mit dem Weit- und Dreisprung-Wettbewerb sogar in die Stuttgarter Molly-Schauffele-Halle ausweichen. Dorthin werden wir einen Bustransfer ein richten."

Viele Starter kommen aus Übersee. Wie wollen Sie die Sprachbarriere lösen?
Dieter Gauger: "Die Amtssprachen in der Leichtathletik sind englisch und französisch. Unsere beiden Infozentren für die Athleten im und neben dem Glaspalast werden wir deshalb mit Helfern abdecken, die diese Sprachen beherrschen."

Wie halten Sie persönlich die vier Veranstaltungstage durch?
Dieter Gauger: "Für mich ist das kein Problem. Ich kann in einer Pause schnell mal nach Hause fahren. Wir richten für diesen Zweck einen Umkleideraum in der Sporthalle ein. Dort kann man dann mal für eine Stunde die Füße hochlegen und ausruhen, wer will."

Was wollen Sie den Sportlern außerhalb der Wettkämpfe bieten?
Dieter Gauger: "Wir haben zwei Führungen bei DaimlerChrysler organisiert. Zudem gibt es für die Sportler verbilligte Theaterkarten. Für die Teilnehmer aus Übersee bieten wir auch Fahrten in den Schwarzwald oder zur Burg Hohenzollern an."

Sind Sie mit Ihrem Team für alle Eventualitäten bei dieser Senioren-Weltmeisterschaft gerüstet?

Nur sechs Monate Zeit zur Vorbereitung

Dieter Gauger:
"Das kann bei so einer Veranstaltung gar nicht sein. Ich werde meinen Mitstreitern bei auftauchenden Problemen sagen, dass wir nur sechs Monate Zeit zur Vorbereitung hatten. Normal hat man dafür rund eineinhalb Jahre zur Verfügung."

Werden auch Sindelfinger Sportler im Glaspalast den Kampf um die Medaillen aufnehmen?
Dieter Gauger: "Wir rechnen mit etwa zehn Startern. Einer von ihnen ist Bernhard Grißmer. Er war im vergangenen Jahr bereits bei der Freiluft-Weltmeisterschaft in Puerto Rico dabei und konnte uns so im Vorfeld den ein oder anderen wichtigen Tipp geben."

Aktuelle Informationen zur Leichtathletik-Hallen-Weltmeisterschaft der Senioren vom 10. bis 14. März im Sindelfinger Glaspalast und der Stuttgarter Molly-Schauffele-Halle gibt es ab sofort auch unter www.sindelfingen2004.de im Internet.

 

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